Gefahrgutklassen: EU-Regeln bestimmen die Logistik

Lacke, Farben, Pflanzenschutzmittel oder Batterien – die Gefahrgutlogistik hat Ihren Stellenwert in den vergangenen Jahren stark erhöht. Die Lagerung und der Transport von gefährlichen Stoffen gehört zu den Spezialgebieten von VS Logistics. Wir transportieren Gefahrgüter in Fahrzeugen mit ADR-Ausrüstung, verfügen über ein eigenes Gefahrstofflager und Fachkenntnisse über die aktuelle Rechtslage zu Gefahrgutklassen.

Was sind Gefahrgutklassen?

Gefährliche Güter sind weltweit normierten Gefahrgutklassen zugeordnet. Ob eine Ware als Gefahrgut transportiert werden muss, hängt von ihren physikalisch-chemischen und biologischen Eigenschaften ab. Im Fokus stehen Gefahren, die vom Transportgut bei einem Unfall ausgehen können.

Die Klassifizierung und der Transport gefährlicher Güter sind in den globalen Gefahrgutvorschriften der UN geregelt. Sie bezieht sich auf die Beförderung mittels Straßen-, Wasser-, Schienen- oder Flugverkehr. In Europa regelt das europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (fr.: Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route; ADR) dies unter Verwendung von Gefahrgutklassen. Auf deutschen Straßen gilt zusätzlich das Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBefG).

Die Kriterien für eine korrekte Klassifizierung von gefährlichen Gütern liefert das ADR. Dort sind insgesamt neun Gefahrgutklassen aufgeführt.

Gefahrgutklassen Tabelle

ADR-

Gefahrgutklasse         Bezeichnung und Eigenschaften         Beispiele 

1                                    Explosive Materialien                             Dynamit, Munition, Feuerwerkskörper, explosionsfähige Leuchtkörper und Kartuschen

2                                    Gase                                                          Butan, Propan, Wasserstoff, Acetylen

3                                    Entzündbare Flüssigkeiten                   Benzin, Heizöl, Alkohol, entzündbare Pestizide, Lacke, Farben, Klebstoffe

4                                    Entzündbare Feststoffe                         Schwefel, Kautschukreste, Zündhölzer, Weißer Phosphor, Kohle, Carbid, Natrium

5                                    Oxidierend und ähnlich                          Sauerstoff, Kaliumchlorat, Natriumchlorat, Salpetersäure, ammoniumnitrathaltige  

                                      wirkende Stoffe                                       Düngemittel, organische Peroxide

6                                    Giftige und ansteckungs-                      Blausäure, Arsen, Pestizide sowie Klinikabfälle, medizinische Proben

                                      gefährliche Stoffe

7                                    Radioaktive Materialien                        Uran, Plutonium

8                                    Ätzende Stoffe                                        Natronlauge, Salzsäure, Schwefelsäure

9                                    Verschiedene sonstige                          Asbest, Airbag-Module, PCB, Trockeneis, Lithiumbatterien, Heißbitumen

                                      gefährliche Stoffe

Für die Klassen 2, 4, 5 und 6 sind jeweils noch Unterklassen definiert. Gase gliedern sich zum Beispiel in die Gefahrgutklasse 2.1 (entzündlich), Gefahrgutklasse 2.2 (nicht entzündlich) und Gefahrgutklasse 2.3 (giftig). Bei entzündbaren festen Stoffen spezifiziert das ADR die Gefahrgutklasse 4.1 (entzündbar, selbstzersetzlich, polymerisierend), Gefahrgutklasse 4.2 (selbstentzündlich) und Gefahrgutklasse 4.3 (entzündliche Gase in Berührung mit Wasser).

Zur Klasse 5 zählt die Gefahrgutklasse 5.1, die chemisch instabile Stoffe umfasst, die zwar selbst nicht brennbar sind, durch die Abgabe von Sauerstoff aber Brände verursachen können. Zur Gefahrgutklasse 5.2 zählen organische Peroxide.  

Die Gefahrgutklasse 6.1 umfasst giftige Stoffe, die beim Einatmen, der oralen Einnahme oder Aufnahme durch die Haut zum Tod führen können. Davon unterschieden ist die Gefahrgutklasse 6.2, die ansteckungsgefährlichen Stoffe wie Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger enthält

In der Gefahrgutklasse 9 sind gefährliche Güter mit verschiedenen Eigenschaften zusammengefasst, einschließlich einer gesonderten Klasse für Lithiumbatterien und neu definierter Gefahren für die Umwelt. Grundsätzlich fängt die Gefahrgutklasse 9 alle Stoffe auf, die nicht den anderen Gefahrgutklassen zugeordnet werden können.

Wichtig zu wissen: Die Reihenfolge der Gefahrgutklassen gibt keinen Hinweis auf die Gefährlichkeit der jeweiligen Materialien. Die Nummerierung dient nur der Übersicht.

Wie werden Gefahrgutklassen eingeteilt?

Die Zuordnung zu einer Gefährdungsklasse orientiert sich an der Hauptgefahr, die von einem Transportgut ausgehen könnte. Besitzt ein Stoff gefährliche Eigenschaften mehrerer Klassen, gelten diese als Zusatzgefahren. Für eine korrekte Einteilung in Gefahrgutklassen ist deshalb fachliches Know-how unabdingbar. Je nach ihren chemischen Eigenschaften und biologischen Gefahren können Pestizide zur Klasse 3 (Entzündbare Flüssigkeiten) oder zur Klasse 6 (Giftige Stoffe) gehören.

Zu den Gefährlichkeitsmerkmalen zählen:

  • Explosiv

  • Entzündbar

  • Erstickend

  • Oxidierend

  • Giftig

  • Ansteckungsgefährlich

  • Ätzend

  • Radioaktiv

Was ist der Unterschied zwischen Gefahrgutklassen und Gefahrstoffklassen?

 

Gefahrgutklassen und Gefahrstoffklassen sind rechtlich klar abgegrenzt. "Gefahrstoff" ist ein Begriff aus dem Umgangsrecht. Wichtige Vorschriften sind die deutsche Gefahrstoffverordnung (GeStoffV) und die EU-Chemikalienverordnung (CLP), in denen die Herstellung, Verwendung und Lagerung von gefährlichen Stoffen sowie die einheitliche Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien geregelt sind.

Gefahrgutklassen sind ein Begriff aus dem Transportrecht. Zentrale Vorschrift ist das Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBefG), das die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung gefährlicher Stoffe im Zusammenhang mit dem Transport definiert. Einfach formuliert: Solange die Güter sich im Lager befinden, müssen unsere Mitarbeiter die Regelungen für Gefahrstoffklassen beachten. Sobald sie die Waren ein- oder entladen, gelten die verkehrsträgerspezifischen Regelungen für Gefahrgüter.

Achtung: Neben Gefahrstoffen enthält  das ADR eine Liste von zusätzlichen Gegenständen, die als Gefahrgut transportiert werden müssen. Zum Beispiel Batterien oder Bauteile wie Airbags (Gefahrgutklasse 9). Wenn Sie die Beförderung von Waren in Auftrag geben, müssen Sie also dafür sorgen, dass Ihr Logistik-Partner die aktuellen Vorschriften und Gefahrgutklassen kennt. 

VS Logistics ist Ihr kompetenter Logistikdienstleiter für Gefahrgüter

VS Logistics verbindet die Flexibilität und individuelle Lösungen eines Mittelständlers mit moderner Gefahrgutlogistik auf internationalem Niveau. Unser Dienstleistungsportfolio umfasst alle logistischen Leistungen: Von der rechtssicheren Be- und Entladung, Verpackung und Beförderung verschiedener Gefahrgutklassen bis zur Gefahrstofflagerung in unserem Warehousing Zentrum in Würzburg.

  • Geschulte Fahrer

  • Transport nach den Vorschriften der UN

  • Beförderung verschiedener Gefahrgutklassen

  • Eigenes Gefahrstofflager mit 7.300 Stellplätzen und CO2 Löschanlage

Mit unserem Fuhrpark transportieren wir täglich Lacke, Pflanzenschutzmittel und chemische Produkte für mittelständische Kunden aus der Region ebenso wie für global tätige Aktienunternehmen. Eine regelmäßige Gefahrgutschulung unserer Fahrer und Fahrzeuge mit ADR-Ausrüstung und Ortungssystem sind bei uns selbstverständlich.